Verursacht ein Mangel an Selen Haarausfall?

Zu sehen ist eine Frau, die durch einen Mangel an Selen Haarausfall hat und vorsichtig ihre Haare kämmt.

Das Spurenelement Selen ist ein Mineralstoff, der an verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt ist. Ein Selenmangel kann deshalb auch Effekte auf den gesamten Körper, z. B. auf verschiedene Organe wie die Schilddrüse, aber auch auf das Immunsystem bzw. Ihre allgemeine Gesundheit haben. Die Einnahme von Selen hat eine indirekte Wirkung auf die Haut, aber auch auch zwischen Selen und der Schilddrüse besteht ein starker Zusammenhang. Zudem ist Selen auch für die Haare sehr wichtig.

Oftmals zeigen sich die Symptome eines chronischen Selenmangels jedoch eher schleichend. Erste Anzeichen sind dünne, brüchige und heller werdende Haare. Außerdem geht ein starker Mangel an Selen mit Haarausfall einher.

Wenn Sie an Haarausfall leiden liegt das nicht zwangsläufig immer an einem Mangel an Zink in Ihrem Körper. Haarausfall wegen Selenmangel, aufgrund unzureichender Selenzufuhr, kann so oftmals auch die Ursache dafür sein. Besonders Veganer und Vegetarier, aber auch Menschen mit Stoffwechselproblemen (z. B. Schilddrüsenerkrankungen), Verdauungsstörungen, sowie Schwangere und Stillende aufgrund des erhöhten Bedarfs, müssen auf eine ausreichende Zufuhr von Selen achten[1]. Wenn ein Selenmangel nachgewiesen wurde, gibt es je nach Ausprägung und den individuellen Ernährungsgewohnheiten verschiedene Möglichkeiten, diesen zu beheben.

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Hilft Selen gegen Haarausfall?

Selen ist an mehreren Prozessen beteiligt, die im Körper für das Haarwachstum und den Erhalt normaler Haare relevant sind. Wenn die Ursache für Haarausfall ein Selenmangel ist, sollte dieser Mangel entsprechend ausgeglichen werden. In diesem Fall hilft Selen bei Haarausfall, da das Haarwachstum auf diese Weise wieder stimuliert werden kann. Mehr dazu erfahren Sie auch in unserem Ratgeber „Selen Wirkung auf Haare & Haarwachstum“.

Neben Selen sind aber auch weitere Mineralstoffe zur Erhaltung gesunder Haare relevant, z. B. Zink. Leiden Sie unter Haarausfall, sollten Sie daher sowohl Zink- als auch Selenspiegel bestimmen lassen, damit die eigentliche Ursache für den Haarausfall ermittelt werden kann.

Die Einnahme von Selen gegen Haarausfall kann nur helfen, wenn ein tatsächlicher Mangel die Ursache ist und nicht z. B. eine genetische Veranlagung für Haarausfall gegeben ist, eine relevante Erkrankung vorliegt oder unzureichend Zink aufgenommen wird.

Wie hoch ist die täglich empfohlene Zufuhr des Spurenelements Selen?

Selen ist ein Spurenelement. Wie der Name bereits verrät, muss täglich daher nur eine geringe Menge an Selen aufgenommen werden. Dabei kann die empfohlene Zufuhr von Selen von mehreren Faktoren wie dem Alter, individuellen Erkrankungen, einer Schwangerschaft oder auch der Stillzeit abhängig sein. Oft wird zum Beispiel bei Hashimoto Selen von den behandelnden Ärzten als Nahrungsergänzung empfohlen. Ab einem Alter von 15 Jahren wird bei den Referenzwerten für den Tagesbedarf an Selen außerdem zwischen Männern und Frauen unterschieden.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt folgende Empfehlung zur Selen Zufuhr in Mikrogramm/Tag an[1]:


  Empfohlene Selen Zufuhr in µg/Tag
  Frauen Männer
13 bis 15 Jahre 60 µg 60 µg
Ab 15 Jahren 60 µg 70 µg
Schwangere 60 µg
Stillende 75 µg


Eine Dosis von 200 Mikrogramm Selen pro Tag wurde in mehreren Studien untersucht und ist meistens auch über einen längeren Zeitraum hinweg gut verträglich ohne unerwünschte Nebenwirkungen[5]. Die maximal verträgliche Menge Selen aus Nahrung bzw. Nahrungsergänzungsmitteln wird von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) , auf die auch die DGE verweist, mit 300 µg pro Tag angegeben[1][2].

Davon abweichend kann kurzzeitig eine höhere Dosis nötig sein, um einen Mangel an Selen bei Haarausfall auszugleichen. Um eine Überdosierung zu vermeiden, sollte ein Selenmangel jedoch zunächst immer von einem Arzt abgeklärt und bestätigt werden.

In Deutschland wird die empfohlene tägliche Zufuhr oft nicht erreicht[3]. Insbesondere strenge Vegetarier, Veganer und Personen mit Verdauungsstörungen zählen zu den Personengruppen, die zu einem Mangel bzw. zu einem generell niedrigen Selenspiegel im Körper und damit auch einem Selen bedingten Haarausfall tendieren[1].

Wie Sie Ihren Selenmangel ausgleichen und Haarausfall vermeiden können

Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen Selenmangel auszugleichen. Welche Variante sich am besten eignet, hängt allerdings stark von der Ausprägung des Mangels und den Ernährungsgewohnheiten ab.

Zunächst sollte jedoch der Selenspiegel im Körper bestimmt werden, um festzustellen, ob der Haarausfall am Selenmangel liegt. Darauf aufbauend kann der Arzt die Menge der nötigen Selenzufuhr zum Ausgleich eines möglicherweise bestehenden Mangels festlegen und auf diese Weise auch das Risiko einer Überdosierung vermeiden.

Wird vom Arzt ein geringfügiger Mangel festgestellt, kann dieser meist über eine gezielte Ernährung mit selenhaltigen Lebensmitteln ausgeglichen werden. Darüber hinaus können aber auch Nahrungsergänzungsmittel als begleitende Maßnahme zur selenhaltigen Ernährung sinnvoll sein. Durch den geringen Selengehalt der Böden ist es nämlich zunehmend schwieriger, einen starken Selenmangel über die Nahrung auszugleichen. Besonders pflanzliche Lebensmittel enthalten meist nur sehr geringe Mengen an Selen[1].

Haarausfall ist übrigens nur eines der Symptome, die auf einen Selenmangel hindeuten. Unter Umständen kann es daher problematisch sein, unspezifische Selen Mangel Symptome richtig zu erkennen.

Ernährung bei Haarausfall durch Selenmangel - Die besten Lebensmittel

Zu sehen ist ein Beispiel von Lebensmitteln mit denen ein Selenmangel durch die richtige Ernährung ausgeglichen und das Risiko, durch einen Mangel an Selen Haarausfall zu bekommen, vermieden werden kann.

Es gibt verschiedene Lebensmittel, mit denen ein Selenmangel über die Ernährung ausgeglichen werden kann. Welche Lebensmittel besonders viel Selen enthalten, erfahren Sie in unserem Ratgeber zu „Selen Lebensmitteln“.

Leiden Sie unter Haarausfall durch Selenmangel sollten Sie bei der Gestaltung Ihrer Ernährung prinzipiell berücksichtigen, dass es einen Unterschied zwischen tierischer Nahrung und pflanzlichen Lebensmitteln gibt. Zudem ist es besonders wichtig, dass auf das Herkunftsland von Lebensmitteln geachtet wird. Denn der Selengehalt bei tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln kann sich je nach Region aufgrund der Anbaugebiete und verschiedenen Böden stark unterscheiden[1].

Tierische Lebensmittel als hochwertige Selenquelle

Tierische Lebensmittel aus Deutschland eignen sich als hochwertige Selenquelle[1]. Das liegt daran, dass dem Tierfutter in Deutschland Selen zugesetzt werden darf und Selen deshalb in tierischen Lebensmitteln wie z. B. Fleisch oder Eiern in signifikanten Mengen enthalten ist[1]. Hochwertige tierische Lebensmittel sollten deshalb als bevorzugte Quelle zum Ausgleich eines Selenmangels über die Nahrung genutzt werden. Denn anders als bei pflanzlichen Lebensmitteln unterliegt der Selengehalt tierischer Lebensmittel nicht so großen Schwankungen und ist relativ konstant.

Die besten pflanzlichen Selenquellen als vegane Alternative

Im Unterschied zu tierischen Lebensmitteln hängt der Selengehalt von pflanzlichen Lebensmitteln stark von der Menge an Selen in den Böden des jeweiligen Anbaugebiets ab. Die Böden in Europa und besonders in Deutschland sind im Vergleich zu anderen Regionen (z. B. USA) sehr arm an Selen. Getreideprodukte aus den USA könnten somit eine gute Selenquelle darstellen. In Europa und besonders in Deutschland sind die Böden allerdings zu arm an Selen, um die empfohlene Zufuhr ausschließlich über pflanzliche Lebensmittel zu decken[1]. Auch einige importiere Lebensmittel wie Paranüsse enthalten zwar viel Selen, sollten aber nur in geringen Mengen verzehrt werden, weil sich neben Selen auch radioaktives Radium anreichert. Sie sind daher als Selenquelle zum Ausgleich eines Selenmangels nur bedingt geeignet. Um die täglich empfohlene Zufuhr an Selen zu erreichen bzw. einen Selen bedingten Haarausfall zu verhindern, eignen sich in Deutschland tierische Lebensmittel aufgrund des mit Selen angereicherten Tierfutters also besser als pflanzliche Lebensmittel. Bei streng vegetarischer oder veganer Ernährung kann eine gezielte Nahrungsergänzung helfen. Wie für Zink gibt es auch für Selen vegane Nahrungsergänzungsmittel, die als alternative Selenquelle dienen können.

Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Selen bei Haarausfall

Wenn ein Selenmangel im Körper der tatsächliche Grund ist, kann die Einnahme von Selen bei Haarausfall helfen, da das Spurenelement zum Erhalt gesunder Haare gebraucht wird. Selen hilft allerdings nur, wenn keine anderen Ursachen wie eine genetische Veranlagung oder eine Erkrankung vorliegen.

Vor der Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels sollte deshalb zunächst immer erst der Selenspiegel im Körper geprüft werden, um die richtige Dosis zu bestimmten und das Risiko einer Überdosierung zu vermeiden. Denn nicht nur ein Mangel, sondern auch eine Überdosierung kann zu Problemen mit den Haaren und anderen gesundheitlichen Problemen führen.

Kann Selen Haarausfall verursachen?

Es ist wichtig, zu berücksichtigen, dass auch zu viel Selen Haarausfall verursachen kann – nämlich im späteren Verlauf einer Selenose (Selenvergiftung). Eine Überdosis Selen geht mit Nebenwirkungen wie Haarausfall, aber auch anderen Symptomen einher, wie z. B.[4]:

 

  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Gastrointestinale Beschwerden wie z. B. Durchfall
  • Hautekzeme
  • Gestörte Bildung der Nägel (Weiche Nägel)

 

Wenn Sie Selen einnehmen und eines der oben genannten Symptome bemerken, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Die empfohlene Höchstdosis an Selen, welche über die Nahrung – also durch Lebensmittel und Nahrungsergänzung – eingenommen werden sollte, beläuft sich gemäß der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) auf 300 Mikrogramm pro Tag.

Fazit: Der Zusammenhang zwischen Selen und Haarausfall

Grundsätzlich existiert die Möglichkeit einer Verbindung zwischen Selen und Haarausfall. Haarausfall kann sowohl einen Selenmangel als Ursache haben – da Selen zum Erhalt gesunder Haare notwendig ist – als auch durch die Einnahme von zu viel Selen entstehen. Ein leichter Mangel an Selen sollte im Sinne gesunder, kräftiger Haare daher am besten mit tierischen Lebensmitteln im Rahmen einer gesunden und ausgewogenen Ernährung ausgeglichen werden. Für Veganer oder Personen mit einem stärkerem Selenmangel eignen sich hingegen Nahrungsergänzungsmittel mit Selen sehr gut. Hierfür gibt es mittlerweile auch hochwertige vegane Alternativen, deren Einnahme das Risiko für einen Selen bedingten Haarausfall reduzieren.

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